In Mecklenburg hatten die langen trojanischen Träume begonnen, Johann Heinrich Voss, der Übersetzer von Homers »Ilias«, lebte in Ankershagen und eben dort, fünfeinhalb Jahrzehnte später, auch Schliemann, der rastlos die Antike und noch früher die mythische Zeit heraufsuchende Ausgräber.Vollmanns Essay, seine detaillierten Kenntnisse von Leben und Werk Schliemanns, auch eines Klopstock, eines Fontane, beleuchten teils scharf, teils poetisch die sozialen undbildungspolitischen Verhältnisse der Zeit _x0096_ und werfen ab und an Streiflichter auf die heutigen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die »Selbstbiographie« Heinrich Schliemanns ganz neue soziologische und psychologische Perspektiven hinzu. Sie zeigt nicht nur den erfolgreich zum Großkaufmann Aufstrebenden, den ewig ehrgeizigen Autodidakten, den hektischen Ausgräber. Man liest jetzt aufmerksamer, daß ein Bruder, einer der unzähligen aus Armut nach Amerika Ausgewanderten, als Goldgräber an Typhus starb, daß Schliemann selbst seinen Mantel verpfändete, um etwas zu essen zu haben, daß er seine zweite Frau nach einem Foto aussuchte und die Bedingung stellte, sie müsse seine homerischen Träume mit ihm teilen _x0096_ ja mit ihm graben.
Erscheinungsdatum: 2001
Auflage: 1.
Seiten: 186
Einbandart: Paperback
ISBN: 978-3-932386-53-4
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