»Erhalten wir uns die Sicht frei, dann werden wir die Laute als göttliche Lehrmeister erleben können, und den Atem als in uns wirkende, seelisch aktive Weltensubstanz. Sie sind Material und Werkzeug des Sprachkünstlers. Durch sie fühlt er sich im Geiste verankert und kann dessen Wege des Eintauchens in die Materie und in den Geschichtsverlauf verfolgen. Er sieht das Drama in urferner Vergangenheit aus dem Mysterium aufsteigen, er sieht es die Menschenseelen bilden, erfüllen, aufrütteln und läutern _x0096_ dann sich in den Niederungen der Zivilisation verlieren _x0085_ er erkennt, seelisch erstarkt und durch die Gaben und Errungenschaften langer kultureller Entwicklungsepochen in seinem Ich erwacht, dass es seine Aufgabe ist, es wieder dem Mysterium zurückzuführen. Dazu weisen ihm die verborgenen, dem Bewusstsein sich allmählich enthüllenden Tiefen der Sprache die Wege.«
(Marie Steiner, Dornach, September 1941)
Erschienen: 07.03.2014 Marie Steiner Verlag im Haus der Sprache, Originaltonaufnahme einer Unterrichtsstunde
Dauer: 70 Minuten
Aus der Reihe: Grundlagen einer anthroposophisch orientierten Sprachgestaltungskunst, Die hörbare Lautgebärde IX
ISBN 978-3-9815550-6-6
Marie Steiner Verlag
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