Leben
Jugend und Ausbildung
Ita Wegman, eigentlich Maria Ita Wegman, wuchs als zweites von sechs Kindern einer niederländischer Familie in Karawang, West-Java, Indonesien auf. Als ehrgeizige Schülerin war es ihr möglich, nach der Grundschule Privatunterricht zu bekommen. Ab 1891 reiste sie mit ihrer Schwester nach Arnheim, Holland, um eine weitere schulische Ausbildung zu bekommen.
Verlust ihres Verlobten, Beschäftigung mit Theosophie
Vier Jahre später reiste sie nach Java zurück und lernte auf der Überfahrt einen Offizier kennen, mit dem sie sich später verlobte. Dieser starb jedoch an einer tuberkulösen Lungenentzündung. Dieser Schicksalsschlag führte sie auf eine innere Reise. Dabei lernte sie durch ihre Klavierlehrerin Henny Steinbuch-Bastiaans die Theosophie und wenig später auch die Anthroposophie kennen.
Begegnung mit Rudolf Steiner und Studium der Medizin
Ita Wegman kehrte 1899 mit ihrer Familie wegen einer schweren Erkrankung ihres Vaters nach Holland zurück. Sie ließ sich in Holland und Deutschland in Heilgymnastik und Massage ausbilden. 1902, im Alter von 26 Jahren, lernte sie Rudolf Steiner in Berlin kennen und trat der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, deren Generalsekretär Steiner damals war, bei. Als Rudolf Steiner sich 1912/13 von der Theosophischen Gesellschaft löste und die Anthroposophische Gesellschaft gründete, folgte ihm Ita Wegman und wurde Anthroposophin.
Auf den Rat Rudolf Steiners hin begann Wegman 1906, mit über 30 Jahren, Medizin in Zürich, da ihr dies in Deutschland zu diesem Zeitpunkt als Frau nicht möglich war. Sie schloss das Studium 1911 als Fachärztin für Frauenheilkunde ab und eröffnete in Zürich ihre eigene Privatklinik. Dort stellte die Ärztin 1917 auf Anregung Steiners das heute weltbekannte und erfolgreich gegen Krebs eingesetzte Arnzneimittel "Iscador" aus dem sogenannten Iscar her. Von 1919 bis 1920 arbeitete sie mit einer anderen Frauenärztin in einer von Friedrich Sauerbuch gegründeten Privatklinik. 1921 bis 1928 arbeitete sie als Gynäkologin in Basel. Während ihrer Zeit in Zürich reiste sie oft nach Dornach, um Vorträge von Rudolf Steiner zu besuchen.
Gründung des Klinisch-Therapeutischen Instituts in Arlesheim
1920 erwarb sie ein Stück Land in Arlesheim und eröffnete dort 1921 das Klinisch-Therapeutische Institut (heute die "Ita-Wegman-Klinik"). Zusammen mit Rudolf Steiner wurde hier die Anthroposophische Medizin entwickelt und angewendet.
Gründung des Sonnenhofs und der Firma Weleda
1922 gründete sie das heilpädagogische Heim Sonnenhof in Arlesheim. Im selben Jahr erfolgte die Gründung der Internationale Laboratorien & Klinisch-Therapeutisches Institut Arlesheim AG (heutige Weleda AG) mit Beteiligung der Futurum AG – ökonomische Gesellschaft zur Förderung wirtschaftlicher und geistiger Werte (Dornach), an der sie maßgeblich beteiligt war.
Begründung der Anthroposophischen Medizin zusammen mit Rudolf Steiner
1925 veröffentlichten Ita Wegman und Rudolf Steiner Grundlegendes zur Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, ein Grundlagenwerk der Anthroposophischen Medizin. Dies war während der letzten Lebensmonate Steiners, währenddessen Ita Wegman ihn pflegte.
Wahl zum Vorstand des Goetheanums, Leitung der Medizinischen Sektion
Nach dem Brand des 1. Goetheanums wurde Wegman von Steiner als Schriftführerin in den Vorstand der neu gegründeten Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum einberufen und wurde Leiterin der medizinischen Sektion. Nach der Weihnachtstagung war sie Leiterin der "Ersten Klasse" an der 1923 gegründeten Freien Hochschule für Geisteswissenschaft.
Ausschluss aus der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG)
Nach Steiners Tod kam es zwischen Marie Steiner und Ita Wegman zu Konflikten bezüglich der Fortführung der anthroposophischen Arbeit in der Gesellschaft. 1935 wurden Ita Wegman und Elisabeth Vreede als Vorstände abberufen und von der Mitgliederversammlung aus der AAG ausgeschlossen. Erst 1948, fünf Jahre nach Wegmans Tod, wurde der Ausschluss als ungerechtfertigt wieder aufgehoben.
Leben
Jugend und Ausbildung
Ita Wegman, eigentlich Maria Ita Wegman, wuchs als zweites von sechs Kindern einer niederländischer Familie in Karawang, West-Java, Indonesien auf. Als ehrgeizige Schülerin war es ihr möglich, nach der Grundschule Privatunterricht zu bekommen. Ab 1891 reiste sie mit ihrer Schwester nach Arnheim, Holland, um eine weitere schulische Ausbildung zu bekommen.
Verlust ihres Verlobten, Beschäftigung mit Theosophie
Vier Jahre später reiste sie nach Java zurück und lernte auf der Überfahrt einen Offizier kennen, mit dem sie sich später verlobte. Dieser starb jedoch an einer tuberkulösen Lungenentzündung. Dieser Schicksalsschlag führte sie auf eine innere Reise. Dabei lernte sie durch ihre Klavierlehrerin Henny Steinbuch-Bastiaans die Theosophie und wenig später auch die Anthroposophie kennen.
Begegnung mit Rudolf Steiner und Studium der Medizin
Ita Wegman kehrte 1899 mit ihrer Familie wegen einer schweren Erkrankung ihres Vaters nach Holland zurück. Sie ließ sich in Holland und Deutschland in Heilgymnastik und Massage ausbilden. 1902, im Alter von 26 Jahren, lernte sie Rudolf Steiner in Berlin kennen und trat der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, deren Generalsekretär Steiner damals war, bei. Als Rudolf Steiner sich 1912/13 von der Theosophischen Gesellschaft löste und die Anthroposophische Gesellschaft gründete, folgte ihm Ita Wegman und wurde Anthroposophin.
Auf den Rat Rudolf Steiners hin begann Wegman 1906, mit über 30 Jahren, Medizin in Zürich, da ihr dies in Deutschland zu diesem Zeitpunkt als Frau nicht möglich war. Sie schloss das Studium 1911 als Fachärztin für Frauenheilkunde ab und eröffnete in Zürich ihre eigene Privatklinik. Dort stellte die Ärztin 1917 auf Anregung Steiners das heute weltbekannte und erfolgreich gegen Krebs eingesetzte Arnzneimittel "Iscador" aus dem sogenannten Iscar her. Von 1919 bis 1920 arbeitete sie mit einer anderen Frauenärztin in einer von Friedrich Sauerbuch gegründeten Privatklinik. 1921 bis 1928 arbeitete sie als Gynäkologin in Basel. Während ihrer Zeit in Zürich reiste sie oft nach Dornach, um Vorträge von Rudolf Steiner zu besuchen.
Gründung des Klinisch-Therapeutischen Instituts in Arlesheim
1920 erwarb sie ein Stück Land in Arlesheim und eröffnete dort 1921 das Klinisch-Therapeutische Institut (heute die "Ita-Wegman-Klinik"). Zusammen mit Rudolf Steiner wurde hier die Anthroposophische Medizin entwickelt und angewendet.
Gründung des Sonnenhofs und der Firma Weleda
1922 gründete sie das heilpädagogische Heim Sonnenhof in Arlesheim. Im selben Jahr erfolgte die Gründung der Internationale Laboratorien & Klinisch-Therapeutisches Institut Arlesheim AG (heutige Weleda AG) mit Beteiligung der Futurum AG – ökonomische Gesellschaft zur Förderung wirtschaftlicher und geistiger Werte (Dornach), an der sie maßgeblich beteiligt war.
Begründung der Anthroposophischen Medizin zusammen mit Rudolf Steiner
1925 veröffentlichten Ita Wegman und Rudolf Steiner Grundlegendes zur Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, ein Grundlagenwerk der Anthroposophischen Medizin. Dies war während der letzten Lebensmonate Steiners, währenddessen Ita Wegman ihn pflegte.
Wahl zum Vorstand des Goetheanums, Leitung der Medizinischen Sektion
Nach dem Brand des 1. Goetheanums wurde Wegman von Steiner als Schriftführerin in den Vorstand der neu gegründeten Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum einberufen und wurde Leiterin der medizinischen Sektion. Nach der Weihnachtstagung war sie Leiterin der "Ersten Klasse" an der 1923 gegründeten Freien Hochschule für Geisteswissenschaft.
Ausschluss aus der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG)
Nach Steiners Tod kam es zwischen Marie Steiner und Ita Wegman zu Konflikten bezüglich der Fortführung der anthroposophischen Arbeit in der Gesellschaft. 1935 wurden Ita Wegman und Elisabeth Vreede als Vorstände abberufen und von der Mitgliederversammlung aus der AAG ausgeschlossen. Erst 1948, fünf Jahre nach Wegmans Tod, wurde der Ausschluss als ungerechtfertigt wieder aufgehoben.